Blaubart–Sacre als besondere Bescherung

Leonam Santos und Caroline Vandenberg werden am 22. Dezember erstmals die Hauptrollen „Das Opfer“ und „Der Alte“ im zweiten Teil des Opern- und Ballettdoppelabends „Blaubart – – Sacre“ von Anna Vita tanzen. Was sie über ihre ganz persönliche „zweite“ Premiere von „Sacre“ denken und warum man die beiden Weihnachtsaufführungen am 22. und 25. Dezember auf keinen Fall verpassen sollte:

 

Wie ist es für euch, am 22. Dezember die Hauptrollen in Sacre zum ersten Mal zu tanzen?

Leonam: Ich sehe es mit gemischten Gefühlen: Einerseits bin ich sehr aufgeregt, diese Partie tanzen zu dürfen, da das Stück für mich etwas Besonderes ist. Es stellt aber auch eine große Herausforderung dar, weil wir uns in kurzer Zeit auf unsere Rollen vorbereiten müssen. Da würde man gerne mehr proben können. Außerdem sind wir natürlich noch in viele andere Produktionen eingebunden.

Szene aus „Sacre“

Caroline: Das stimmt. Wir tanzen ja normalerweise in Sacre andere Rollen, die wir auch beherrschen müssen. Zudem trainieren wir nebenbei auch schon für Laboratorium Tanz, dessen Premiere Mitte Januar ansteht. Am 9. Dezember haben außerdem schon die Proben für Cinderella begonnen. Dann sind wir als Ballettcompagnie auch in der Operette Die Csárdásfürstin zu sehen. Ich freue mich aber sehr auf die Partie in Sacre und halte es für eine große Ehre, von Anna dafür ausgewählt worden zu sein. Sacre kennt fast jeder und viele Choreografen haben es schon in einen Tanz umgesetzt. Man tritt also in große Fußstapfen.

Leonam Santos

Wo liegt für euch der Reiz des Stücks Sacre

Leonam: Es gibt natürlich schon viele Versionen und Interpretationen von Le Sacre du Printemps. An der Inszenierung von Anna ist das Besondere, dass sie nicht nur die zwei Hauptcharaktere, das Opfer und den Alten, in den Mittelpunkt stellt, sondern ihre Choreografie auf die Gruppe als Ganzes abzielt. In Sacre jagt ja ein ganzer Pulk Älterer – und eben nicht nur der Alte – das Opfer. Die ganze Compagnie hat hart an dem Stück gearbeitet und wir hatten viel Spaß, die Einzelteile aus Musik, Bühnenbild und Cheoreografie zu einem Ganzen zusammenzusetzen.

Caroline: Das war gar nicht so einfach, denn das Stück dauert ja insgesamt nur gut 40 Minuten. Besonders toll ist natürlich auch, dass das Philharmonische Orchester am Doppelabend live spielt! Bei Sacre gibt die Musik eindeutig die Richtung an. Sie erzählt die eigentliche Geschichte und führt durch die Choreografie hindurch. Da muss man in jedem Fall ganz viel Emotion und starke Gefühle in die Rolle legen.

Warum darf man Blaubart—Sacre an Weihnachten (22.12 & 25.12.) auf keinen Fall verpassen?

Caroline: Ich komme gebürtig aus Kanada, wo wir am 25. Dezember Weihnachten feiern. An diesem Tag gehen die Menschen gerne raus und unternehmen etwas. Da ist ein Theaterbesuch doch perfekt (lacht). Für mich ist es auch besonders, an diesem Tag eine Aufführung zu haben. Es fühlt sich ein bisschen wie Bescherung an, am 25.12. noch einmal die Hauptrolle in Sacre tanzen zu dürfen. Außerdem ist es der letzte Doppelabend von Anna Vita und die einmalige Gelegenheit, eine Art zweite Premiere von Blaubart – – Sacre zu erleben.

Leonam: Außerdem ist es gerade auch für Menschen schön, die Weihnachten nicht feiern oder generell nicht mögen. Für sie ist es super, dass es die Gelegenheit gibt, an diesen Tagen ins Theater zu gehen. Nach der Bescherung und den Weihnachtsfeierlichkeiten ist es doch nett, sich abends noch einmal eine Aufführung anzuschauen. Oder man verschenkt Karten für die Aufführung als Weihnachtsgeschenk (lacht). Der Doppelabend verbindet zwei interessante Stücke, die zwar nicht primär mit Weihnachten assoziiert werden, aber gut zueinenander passen. Auch Blaubart mit Karen Leiber und Bryan Boyce in den Hauptrollen ist ein ganz starkes Stück, das es sich lohnt anzuschauen.

Caroline Vandenberg

Caroline, du bist seit dieser Spielzeit fest am Mainfranken Theater engagiert. Wie gefällt es dir?

Caroline: Ich war schon öfter im Mainfranken Theater als Gast zu sehen, unter anderem in Carmen, Sheherazade, Glasmenagerie/Linchpin oder in der vergangenen Spielzeit in Die Päpstin. Es ist natürlich ein Vorteil, dass ich alle schon vorher gut kannte und dementsprechend einen netten Empfang hatte. So war es leichter für mich, mich einzufinden und ich konnte meine Arbeit am Mainfranken Theater gleich konzentriert und fokussiert beginnen. Ich brauchte ja keine Eingewöhnung, wie es sonst der Fall ist, wenn du komplett neu an einem Theater bist. Ich bin einfach froh, dass ich zurückkommen konnte, da ich doch immer sehr traurig war, wenn ich nach meinen Gastspielen wieder aus Würzburg wegging.

Das Gespräch führte Ann-Katrin Neeb.

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