WOHIN AUFBRECHEN?

Mit der Vortrags- und Gesprächsreihe „Wohin aufbrechen?“ setzt die plattformX des Mainfranken Theater seine Zusammenarbeit mit der Akademie Domschule der letzten Jahre fort.
Wir haben bei der Dramaturgin Antonia Tretter nachgefragt, was die Schwerpunkte des diesjährigen Diskursformats sind, und warum sich ein Besuch lohnt.

Nach „Woran glauben?“ geht es in dieser Spielzeit um die Frage „Wohin aufbrechen?“ – warum stellt ihr diese Frage?

Antonia: Mein Co-Organisator von der Akademie Domschule, Dr. Stefan Meyer-Ahlen, und ich orientieren uns für die Konzeption dieser Reihe an dem inhaltlichen Schwerpunkt im Spielplan des Mainfranken Theaters in der Spielzeit 2017/2018. Hier geht es in vielen Produktionen um politische Umbrüche, historische Zäsuren oder persönliche Umwälzungen im Leben eines jeden Menschen. Mit der Frage „Wohin aufbrechen?“ lenken wir den Fokus auf unterschiedliche Umbruchsmomente der jüngeren Zeitgeschichte, die für unsere Gesellschaft heute noch von großer Bedeutung sind.

Was erwartet das Publikum in den noch kommenden Vorträgen?

Nach den beiden ersten Vorträgen, die ein Zukunftsforscher (Dr. Eike Wenzel) und eine Politikwissenschaftlerin (Prof. Dr. Ursula Münch) hielten, geht es spannend und vielversprechend weiter. Am Montag, 19.3., wird der bekannte Publizist und Autor, Gerd Koenen, über das Umbruchsjahr 1968 sprechen. Er ist Historiker und tatsächlich Experte für genau dieses Thema. Warum erhitzt dieses revolutionäre Jahr der Bundesrepublik bis heute die Gemüter, was macht sein Faszinosum aus und inwieweit hat es soziale und politische Entwicklungen bis heute beeinflusst?
Am Donnerstag, 12.04., besucht uns eine Expertin aus einem ganz anderen Fachbereich. Die Psychologin Dr. Yvonne Paelecke-Habermann wird ein Psychogramm des Wandels der Jahre 1989/1990 skizzieren. Sie untersucht, inwieweit die „Wende“ für Menschen – gerade in den neuen Bundesländern – eine krisenhafte Erfahrung gewesen sein könnte.
Im Anschluss an jeden Vortrag gibt es die Gelegenheit für Fragen sowie zur Diskussion. Dabei sind bei den vergangenen Terminen schon viele interessante Gespräche entstanden. 

Auf welche Besonderheiten dürfen sich die Besucherinnen und Besucher freuen?

Für den letzten Termin in dieser Spielzeit haben wir uns für eine Podiumsdiskussion entschieden. Am 5.6. geht es um die Frage, wie es mit der im September 2015 entstandenen „Willkommenskultur“ gegenüber Menschen, die in Deutschland Zuflucht vor Krieg und Vertreibung suchen, bestellt ist. Fast drei Jahre nachdem auf einmalige Weise, eine unbürokratische Einreisemöglichkeit gewährt wurde, sind die Vorzeichen hier – auch nach zugesprochenem Bleiberecht – für viele Geflüchtete schwierig. Andererseits gibt es in Würzburg viele Initiativen und engagierte Einzelpersonen, die sich um einen Austausch von neuen und alten Würzburgern bemühen. Gerade da sich die Situation in den Kriegsgebieten in Syrien nochmals akut verschärft hat, möchten wir sowohl mit politische Verantwortlichen als auch Betroffenen zu diesem Thema, das uns alle angeht, sprechen. Deshalb sind u.a. ein ehrenamtlicher Jobcoach für Geflüchtete (Olga Klikau), die Referentin für Flüchtlingshilfe des Malteser Hilfdienstes e.V. (Simone Schubert), der Oberbürgermeister der Stadt Würzburg, Christian Schuchardt neben Menschen mit Fluchterfahrung zum Podium geladen.

Weitere Informationen zu den kommenden Terminen gibt es hier.

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