Geschichte(n) erleben – Zeitzeugentreff im „Café Michel“

Ein Bericht von Friederike Lange

Vergangenen Dienstagmorgen fand ein besonderer Kulissenwechsel im Rahmen der kommenden Produktion MAGNOLIENZEIT statt. An Stelle von Proben war am 23. Januar ein besonderes Frühstück im Café Michel angesagt.

Im Dezember war eine Annonce in der Main-Post erschienen, die Zeitzeugen des 16. März 1945 einlud, sich mit ihren persönlichen Geschichten und Erfahrungen an das Mainfranken Theater zu wenden und sich damit an der Produktion von MAGNOLIENZEIT zu beteiligen. Daraufhin entstand Kontakt zu mehreren Würzburgern und Würzburgerinnen, die die Zeit des Krieges und vor allem des Aufbaus mindestens teilweise in der Stadt miterlebt haben. Sechs von ihnen trafen nun im „Café Michel“ mit dem Team von MAGNOLIENZEIT zusammen.

Nach der anfänglichen Vorstellungsrunde wurden munter die Plätze getauscht, sodass man sich in kleineren Gruppen in Gespräche vertiefen konnte. Es gab viel zu reden und weit über den 16. März 1945 hinaus wurde diskutiert, gelacht, nachgedacht. Für viele der Schauspieler waren diese Begegnungen die ersten Zeitzeugengespräche für MAGNOLIENZEIT. Sie haben eine besondere Nähe zu dem Stoff geschaffen, der bald von ihnen verkörpert wird. Fakten und Ereignisse, von denen sie in den letzten Monaten gelesen haben, bekamen Hintergrundgeschichten und Gesichter.

Obwohl die Erlebnisse sicherlich nicht zum ersten Mal durchdacht und geschildert wurden, berührten die Berichte nicht nur uns Zuhörer, sondern ergriffen bisweilen auch die Erzählenden selbst so stark, als lägen nur wenige Tage zwischen damals und heute. Spätestens im Dialog mit Schauspielern und Regieteam wurde deutlich, dass dieser Eindruck nicht zwingend verkehrt ist und viele Probleme von damals auch heute noch längst nicht gelöst sind.

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