„Der Tanz war so schön“

Eindrücke eines Nachgesprächs von Katharina Nay |

Dreimal kommen die Mitwirkenden der Produktion Eifersucht zum Verbeugen. Im Anschluss bietet sich die Möglichkeit zu einem direkten Austausch zwischen Publikum und den Akteuren auf der Bühne. Vier Schülerinnen und ein Schüler der Mittelstufe, sowie die Lehrerin, unter deren Anleitung das Stück entstanden ist, nehmen auf sechs Stühlen auf der Bühne Platz, um sich den Fragen, Anregungen und Kommentaren der Zuschauer zu stellen. Die erste Frage kommt noch ohne vorheriges Handzeichen aus dem nur spärlich beleuchteten Zuschauerraum. Was es mit den Masken auf sich hätte, welche Bedeutung sie hätten. Damit ist das Gespräch, noch bevor die Beteiligten vorgestellt werden können, bereits bei wesentlichen inhaltlichen Fragen zur Inszenierung gelandet.

Die zweite Frage ist eigentlich eine Kritik: Dass die Lieder, die während des Stücks ungekürzt abgespielt würden, zu Längen führten. Ob das beabsichtigt wäre und was damit genau intendiert sei. Auf die inhaltliche Auseinandersetzung folgt persönliche Empfindung. Diese führt bei den Beteiligten zunächst zu Verwirrung und dann zu einer Abwehrhaltung: Worauf die Frage abziele, möchte die verantwortliche Lehrerin wissen, und ob das Stück zu lang sei. Der Fragende tritt den Rückzug an und bleibt die Antwort schuldig.

Schließlich meldet sich ein Junge zu Wort: „Wie ist der Tanz entstanden? Der war so schön“. Der Mut, den eine Eigenproduktion erfordert, wird an dieser Stelle belohnt. Der Darstellerin, die die Choreographie erarbeitet und auf der Bühne gezeigt hat, ist die Freude über dieses Kompliment deutlich anzusehen. Die MitspielerInnen zollen den Fähigkeiten der Tänzerin Respekt. Von Eifersucht keine Spur.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.