Auszeichnung für Würzburger Csárdásfürstin

BR-Klassik würdigt „herausragenden Operettenmut“

/ Mit dem „Frosch“ des Monats Dezember 2017 hat die Münchner Operettenredaktion des Hörfunksenders BR-Klassik die Würzburger „Csárdásfürstin“ ausgezeichnet. Demnach beweise die aktuelle Inszenierung am Mainfranken Theater herausragenden Operettenmut. Zugleich lege die Regie viel Wert auf Schauspielführung und Dialoge, begründet die Redaktion ihre Würdigung.

Emmerich Kálmáns Operette „Die Csárdásfürstin“ begeistert das Publikum des Mainfranken Theaters seit dem vergangenen 2. Dezember. Regisseur und Bühnenbildner Marcel Keller hat die Handlung vom bevorstehenden Ausbruch des Ersten Weltkriegs in die Zeit unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges verschoben. Dies sei ein mutiger, neuer und zeitgemäßer Ansatz, der der Operette guttue, so die Jury. Wenn statt Showtreppe und Glitzerwelt Trümmer und Risse sichtbar werden, könne man die brüchige Liebesgeschichte zwischen der Csárdásfürstin Sylva Varescu und dem jungen Adligen Edwin besonders nachvollziehen, meint BR-Klassik.

„Mut zu Abgründen und eine großartige Stimme“: Barbara Schöller

Als herausragend wird auch das Ensemble unter anderem mit Barbara Schöller, Roberto Ortiz und Matthew Habib bewertet. Schöller brilliere in der Titelpartie mit ambivalentem, authentischem Spiel, Mut zu Abgründen und einer großartigen Stimme, urteilt die Redaktion. Intendant Markus Trabusch: „Der Bayerische Rundfunk bescheinigt uns ‚eine gute Nase bei der Stückauswahl, der Auswahl des Regieteams und der Besetzung‘. Ich freue mich sehr für das ganze Team der ‚Csárdásfürstin‘ und gratuliere allen zu ihrem Erfolg.“ „Die Auszeichnung ist ein schönes Signal für eine tolle Produktion und für unser wunderbares Ensemble“, ergänzt Operndirektor Berthold Warnecke.

Wer sich von der Würzburger „Csárdásfürstin“ ein eigenes Bild machen möchte, hat dazu noch bis April 2018 im Großen Haus des Mainfranken Theaters Gelegenheit. Im Mittelpunkt des Plots steht die Liebe der Varietésängerin Sylva Varescu, Star des Budapester Orpheums, zu Edwin, einem jungen Adligen aus standesbewusstem Hause. Am Vorabend einer großen Tournee macht Edwin seiner Angebeteten öffentlich einen Heiratsantrag, ohne zu ahnen, dass seine Eltern längst eine „passende“ Verlobung für ihn mit der Komtesse Stasi arrangiert haben. Enttäuscht bricht Sylva die Verbindung zu Edwin, der nun erstmals in seinem Leben gefordert ist, zu seinen Gefühlen zu stehen.

Über die Auszeichnung „Frosch“

Seit Januar 2016 vergibt die Münchner Operettenredaktion des Hörfunksenders BR-Klassik monatlich einen „Frosch“ an außergewöhnliche Operettenproduktionen im deutschsprachigen Raum. Die damit gewürdigten Inszenierungen werden zugleich für den Preis „Frosch des Jahres“ nominiert. Unter den bisher ausgezeichneten Theatern finden sich kleine und mittlere Häuser wie das Landestheater Niederbayern in Passau und das Stadttheater Gießen ebenso wie die großen, darunter die Komische Oper Berlin, das Opernhaus Zürich oder die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf. Namenspatron für die Auszeichnung „Frosch“ ist die Figur des Gerichtsdieners in der Operette „Die Fledermaus“.

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