Anna Vita, Ballettdirektorin

Ihre Ausbildung erhielt Anna Vita, geboren in Neuss am Rhein, an der John-Cranko-Schule in Stuttgart. Das erste Engagement führte sie 1983 an das Staatstheater Saarbrücken zu Pierre Dobrievitch. Drei Jahre später ging sie an das Theater Dortmund unter Youri Vámos, dem sie über die Oper Bonn und das Theater Basel an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg folgte.

Anna Vita hat in ihrer Tänzerlaufbahn in mehr als 50 Balletten von Choreografen wie zum Beispiel Youri Vámos, Hans van Manen, Niels Christe, Heinz Spoerli, John Neumeier und Mats Ek mitgewirkt. Darunter finden sich die großen Klassiker, aber auch ein weitläufiges modernes Repertoire. Höhepunkte waren die Odette/Odile in Schwanensee (Youri Vámos), die Michaela in Carmen (Mats Ek), die Jungfrau in Carmina Burana (Youri Vámos) und die Mathilde de la Mole in Julien Sorel (Youri Vámos).

Bereits in Basel begann sie den Nachwuchs im klassischen Ballett zu unterrichten, seit 1997 war sie als Pädagogin an der Ballettschule der Deutschen Oper am Rhein beschäftigt. Ihre erste Choreografie übernahm sie 1997 für das Opernstudio unter Hermann Schneider. Weitere Aufträge von Chris Alexander, Tobias Richter und Michael Leinert für Oper und Operette folgten – sie führten sie bis an die Opera de Nice.

Mit Beiträgen für die „Jungen Choreographen“ trat sie dreimal mit den Stücken Nachklang, Tango-Tango, Stoffwechsel und Intus hervor, die sie für die Company der Deutschen Oper am Rhein choreografierte. Außerdem entwickelte sie für ein Jubiläum der Kö-Galerie in Düsseldorf die Davidsbündler Tänze.

Als Probenassistentin bekam Anna Vita die Möglichkeit, eng mit namhaften Choreographen zusammen zu arbeiten. So assistierte sie für Hans van Manen, Christopher Bruce, Jochen Ullrich, Uwe Scholz und Youri Vámos, mit welchem sie auch an der Staatsoper Istanbul und der Deutschen Oper Berlin Ballette einstudierte.

Im Mainfranken Theater fand sie in der Spielzeit 2004/2005 mit dem Ballettabend Der Welten Lohn / Carmina Burana einen erfolgreichen Einstieg. In der darauf folgenden Spielzeit standen mit Andersens Welt und Die Rattenfalle zwei ihrer Choreografien auf der Bühne. 2006/2007 choreografierte sie Der Tod und das Mädchen im Ballettabend Le Boeuf / Der Tod und das Mädchen (in Zusammenarbeit mit Youri Vámos), die Tanzeinlagen in der Operette Wiener Blut von Johann Strauß und in dem Musical Kiss me Kate von Cole Porter. Darüber hinaus war das Ballett von Sergej Prokofjews Romeo und Julia in ihrer Choreografie und unter der musikalischen Leitung von GMD Jin Wang auf der Bühne des Großen Hauses zu sehen. In der Spielzeit 2007/2008 choreografierte sie Tschaikowskys´ Der Nussknacker, eine Benefizproduktion zur Unterstützung eines Waisenhauses im afrikanischen Mwanza. Daneben widmete sie sich im Rahmen des Ballettabends Virtuosi neben Ralf Rossa und Youri Vámos in der neuen Choreografie Electric Ladyland der Rocklegende Jimi Hendrix.

Im Dezember 2007 wurde Anna Vita mit dem Theaterpreis Würzburg ausgezeichnet.

In der Spielzeit 2008/2009 begeisterte sie auch überregional mit ihrer Uraufführung Das Bildnis des Dorian Gray nach dem gleichnamigen Roman von Oscar Wilde zu der Musik von Benjamin Britten und Edward Elgar. Eine neue Version ihrer Choreografie Andersens Welt war im Dezember 2008 in Zusammenarbeit mit Pet Halmen auch an der Deutschen Oper am Rhein zu sehen.

2009/2010 wurde erneut ein Handlungsballett von Anna Vita am Mainfranken Theater uraufgeführt. Für einen Doppelballettabend war neben Strawinskys Feuervogel Schostakowitsch’ Medea in ihrer Choreografie zu sehen. Als Frau von Murska stand sie zudem in Lucidor von Youri Vámos erstmals wieder selbst als Tänzerin auf der Bühne.

2010/2011 war Anna Vita für die Choreografien von Die sieben Todsünden sowie von den Uraufführungen Dracula und Dyskolos / Der Menschenfeind verantwortlich. In der Spielzeit 2011/2012 brachte sie die Uraufführung von Shakespeares Othello und Ein Sommernachtstraum auf die Bühne, für den sie erneut den erfolgreichen Choreograf Youri Vámos gewinnen konnte. Als Abschluss der Saison organisierte sie die Ballettgala 2012 mit Gästen aus den Theatern Deutschlands und dem europäischen Ausland. Sie selbst war mit ihrem Stück Fremde Heimat vertreten.

2012/2013 war Der Besuch der alten Dame in den Kammerspielen des Mainfranken Theaters zu sehen – im Rahmen einer Kooperation mit dem Tanzspeicher Würzburg fanden auch dort einige Aufführungen statt. Auf der Bühne im Großen Haus wurde das Publikum mit Cyrano de Bergerac mit Musik von Wolfgang Amadé Mozart und der Wiederaufnahme der Sommernachtstraums bestens unterhalten.

In der Spielzeit 2013/2014 choreografierte sie die Josephslegende, die im Rahmen eines Ballettdoppelabends auf der Bühne des Großen Hauses zu sehen war, und Dornröschen.