Improvisieren, therapieren und tanzen

Beitrag von Antonia Tretter und Katharina Nay |

Das Spektrum der angebotenen Workshops ist groß: Nachdem gestern Körpermaschinen gebaut, Tiere imitiert und Gegenstände dargestellt wurden, sind kann heute wahlweise improvisiert, therapiert und getanzt werden.

Streetstyle

Teilnehmer des Workshops „Streetstyle“ © Jonathan Oßwald

Die Tanzschule Dance Encore vereint Musik, Tanz, Kreativität und bietet Tanzkurse für jedermann. Ob Anfänger oder Fortgeschritten, ob Breakdance oder Hip Hop: Jeder kann hier seinen Platz finden. So steht es zumindest auf ihrer Homepage. Dass die Philosophie der Tanzlehrer auf den Werten Respekt, Vertrauen, Toleranz und Ehrlichkeit beruht, davon können sich die Teilnehmer des Workshops „Streetsyle“ heute selbst überzeugen. Im Gebäude der ehemaligen Mozartschule treffen sich 7 Schülerinnen und ein Schüler mit unterschiedlichsten Tanzkennnissen, um gemeinsam eine Choreographie zu erlernen. Nach Aufwärmen und Dehnen übt die Gruppe die vorgegebenen Bewegungsabläufe vor dem Spiegel. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Bei der abendlichen Party zeigen dann die Schülerinnen und Schüler der Tanzschule, wofür sie jenseits der Workshops trainieren.

 

 Fantasie im freien Lauf

Im Improvisationsworkshop von Schauspielerin Helene Blechinger entwickeln Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 – 18 Jahren kurze Geschichten und kleine Szenen – scheinbar aus dem Nichts. Die Kunst der Improvisation verlangt Mut und spontane Reaktion. Ein gutes Training dafür ist das frei assoziieren müssen in der Gruppe: im Kreis stehend werfen sich die Teilnehmenden gegenseitig Begriffe zu, jeweils auf die Vorgabe der anderen reagierend. Dann folgt die Aufgabe, mit freien Mitteln und mit minimalen Vorgaben eine Geschichte zusammen zu spinnen. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, und unvermittelt befindet sich die Gruppe auf einem Spaziergang durch Würzburg, wo Goldstücke im Main hüpfen, aus McDonalds eine Vinothek wird und sich alte Schuldirektoren als nahe Verwandte entpuppen. Beim ersten Improvisationsspiel in der Gruppe kommt schnell das schauspielerische Talent der Beteiligten zum Vorschein und es entsteht eine witzige Szene am Bahnhof, wo das alltägliche Drama des Zugausfalls seinen Lauf nimmt.

Skurriles aus der „Heilanstalt Heiterkeit“

In zwei Gruppen entwickeln die Theaterpädagogin Marlies Hagelauer und der Schauspieler Martin Liema zunächst unabhängig voneinander das Konzept und die Handlung zu den zwei Protagonisten-Gruppen einer kleinen Szene aus Marita Neumanns Stück „What is behind the curtain?“. In einem weiteren Schritt führen die Teilnehmenden den Arbeitsstand zusammen und proben gemeinsam eine – zugegeben – skurrile Situation: In der „Heilanstalt Heiterkeit“ steht der montägliche Befindlichkeitsaustausch an. Das heißt einmal Arbeitstherapie für alle. Die Schülerinnen und Schüler in Gruppe I spielen die Doktoren. Diejenigen in Gruppe II die Patienten. Weiße Arztkittel und grüne Kappen dürfen dabei nicht fehlen. Besonders spannend ist die Zusammenführung der beiden Gruppen. Und es zeigt sich: die intensive Arbeit hat sich gelohnt. In nur 60 Minuten ist nicht nur eine Skizze entstanden. In fein entwickelten Bewegungen, Situationskomik und leidenschaftlich vorgetragenen Texten zeigt sich, wie schnell eine Szene entstehen kann.

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