Glänzender Auftritt für die neue Spielzeit

Es schimmert und glänzt im Foyer des Mainfranken Theaters: Gestern wurden die ersten Paletten unserer druckfrischen Spielzeitpublikationen 17/18 für Musiktheater, Schauspiel, Ballett und das Philharmonische Orchester angeliefert. Hier der Überblick, was wir in der kommenden Saison spielen werden – und was das mit Aufbrüchen, Umbrüchen und Revolutionen zu tun hat.

Der Oktober 2017 wird im Mainfranken Theater Würzburg besonders ereignisreich, wenn das Haus mit sechs Premieren in allen Sparten sowie mit einer Wiederaufnahme in die neue Spielzeit startet. Feierlich eröffnet wird die Saison mit einem ganztägigen AUFTAKT! am 24. September. Die erste Inszenierung im Großen Haus folgt am 1. Oktober mit William Shakespeares „Was ihr wollt“. Auf dem Spielplan 17/18  stehen insgesamt sechs Musiktheaterpremieren, zwölf Neuproduktionen und zwei Wiederaufnahmen im Schauspiel, drei Ballettpremieren, je sechs Sinfonie- und Kammerkonzerte, acht Jugend- und Familienkonzerte und mehr als zehn verschiedene Konzertevents vom Filmkonzert mit Live-Musik bis zum neuen Format der Rathauskonzerte.

Intendant Markus Trabusch: „Wie schon im vergangenen Herbst, stellen wir bei unserem ganztägigen AUFTAKT! unseren neuen Spielplan vor und geben in einer spartenübergreifenden Abendveranstaltung erste – auch szenische – Einblicke in unsere kommenden Produktionen.“ Ebenfalls bewährt habe sich die Zahl der Premieren im Oktober. Damit wolle die Würzburger Bühne ihrem Publikum auch in diesem Jahr von Anfang der Saison an ein besonders vielfältiges Vorstellungsangebot bieten, sagte Trabusch anlässlich der Spielzeit-Pressekonferenz am gestrigen Donnerstag im Mainfranken Theater.

Die Jahre siebzehn und achtzehn

Die Motive „Aufbrüche, Umbrüche und Revolutionen“ bilden einen thematischen roten Faden der Saison 17/18 und beziehen sich unter anderem auf die Zeit vor einhundert Jahren. Mit der Russischen Revolution von 1917 und dem Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918  breitete sich die Moderne in Europa flächendeckend aus. In fast jeder deutschen oder französischen Familie gab es Tote oder schwer verletzte und traumatisierte Kriegsheimkehrer. Die politischen Umwälzungen nicht nur in Russland zeigten den Europäern, dass eine neue Weltordnung im Begriff war zu entstehen.

Trabusch: „Die Begebenheiten vor hundert Jahren haben sich tief ins kulturelle Gedächtnis Zentraleuropas eingraviert. Der Spielplan der bevorstehenden Saison nimmt darauf Bezug, indem wir uns fragen, wie sich solche Um- und Aufbruchsituationen in der darstellenden Kunst über die Jahrhunderte bemerkbar machen. Und wie wir Menschen Zäsuren erleben, die die Welt auf den Kopf stellen – beziehungsweise vom Kopf auf die Füße.“

Entsprechend fokussiert das neue Programm des Mainfranken Theaters nicht allein auf die Zeit des Ersten Weltkriegs. Und auch Zäsuren im Privaten werden befragt. Emmerich Kálmáns „Csárdásfürstin“ beispielsweise zeigt sich 1915 geradezu unbeeindruckt von den ersten Millionen Toten auf den Kriegsschlachtfeldern (Premiere: 2.12.17). Wolfgang Amadeus Mozarts „Così fan tutte“, komponiert 1789, zeichnet eine Revolution der Gefühle nach, ohne jeden direkten Verweis auf das zeitgleiche Geschehen in Frankreich (Premiere: 7.10.17).

Würzburgs Zäsur vom 16. März 1945

1945 erlebte Europa mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und des Holocausts einen weiteren Um- und Aufbruch. Sergei Prokofjews Ballettmusik „Cinderella“ von 1945 (Premiere: 28.4.18) reagiert darauf völlig anders als Wolfgang Borcherts Kriegsheimkehrerdrama „Draußen vor der Tür“ (Premiere: 10.2.18). Die Zerstörung der Stadt Würzburg vom 16. März 1945 – eine bis heute prägende Wunde der Stadtgesellschaft – wird in einem eigenen Theaterprojekt befragt („Magnolienzeit“, Uraufführung: 8.2.18).

Die Spielzeitbroschüre 17/18 zum Durchblättern.

Gute Unterhaltung

Nicht alle Stücke der neuen Spielzeit lassen sich zwingend auf den thematischen roten Faden beziehen – das ist auch gar nicht intendiert. Intendant Markus Trabusch: „Alle Produktionen können vollkommen unabhängig voneinander und losgelöst von unseren Leitmotiven wahrgenommen werden. Eine der Funktionen von Theater ist  es schließlich auch, einfach gut zu unterhalten.“ Bei seinen eigenen Inszenierungen verschreibt sich Trabusch in der Saison 17/18 sogar bevorzugt dem unterhaltenden Fach und stellt sich dem Würzburger Publikum dabei erstmals auch als Opernregisseur vor („Der Barbier von Sevilla“, Premiere: 10.3.18).

Angebote für alle Altersgruppen

Um die Kooperationen mit den Schulen weiter auszubauen und allen Altersschichten kontinuierlich ein attraktives Programm zu bieten, finden sich im Spielplan der kommenden Saison zahlreiche Angebote für junge Menschen und Familien. Dazu zählen die beliebten Babykonzerte, Jugend- und Familienkonzerte, „Colas der Magier“ – eine eigens nach Wolfgang Amadeus Mozarts Singspiel Bastien und Bastienne für die Kammer eingerichtete Kinderoper (Premiere: 11.3.18; ab 6 J.) –, „Pinocchio“ in der Weihnachtszeit (Premiere: 19.11.17; ab 6 J.) oder die Schauspielproduktionen „Superhero“ (Premiere: 3.10.17; ab 13 J.) und „Mojo Mickybo“ (Premiere: 12.4.18; ab 10 J.).

Neue Außenspielstätten und Veranstaltungsformate

Besondere Anlässe und Kooperationen führen das Mainfranken Theater in der kommenden Saison nicht nur an bewährte, sondern auch an neue Außenspielstätten. So sind verschiedene Aufführungen und Konzerte auf dem Gelände der Landesgartenschau Würzburg 2018 geplant (u.a. „Leighton’s Jukebox“, Laboratorium Tanz). Zu einer Sommerserenade im Innenhof des Würzburger Rathauses lädt das Philharmonische Orchester Würzburg bei seinen neuen Rathauskonzerten ein. In der außergewöhnlichen Atmosphäre des Würzburger Ratssaals – den Besuchern des Schauspiels „Terror“  bereits aus dieser Spielzeit bestens vertraut – kann das Publikum bei Gesprächskonzerten auf Tuchfühlung mit den Orchestermusikern gehen. Für die Produktion „Magnolienzeit“  wird ebenfalls eine Außenspielstätte angestrebt.

Noch mehr Live-Musik und Konzerte

Wie in der aktuellen Saison wird auch „Pinocchio“ – das Kinder- und Familienstück der kommenden Weihnachtszeit – aufwendig mit Live-Musik gestaltet. Während in der Spielzeit 16/17 eine Ballettproduktion im Großen Haus mit Philharmonischem Orchester geplant war, sind es in der kommenden Saison gleich zwei. Und um der großen Nachfrage noch besser gerecht werden zu können, bietet das Mainfranken Theater für das Konzert zum Jahreswechsel einen dritten Aufführungstermin an (30.12.17 & 1.1. & 2.1.18).

Zeitgenössisches Theater

Ihrem Anliegen, zeitgenössisches Theaterschaffen kontinuierlich zu pflegen, bleiben der Intendant und sein Team auch in der Spielzeit 17/18 verbunden. So kommt neben der erwähnten Produktion „Magnolienzeit“  im Schauspiel auch „Leighton’s Jukebox“ zur Uraufführung (2.6.18). Als deutsche Erstaufführung steht Stijn Devillés „Riefenstahl und Rosenblatt sind tot“ auf dem Spielplan  (23.11.17). Der Pflege der zeitgenössischen Musiktheaterliteratur widmet sich die Bühne mit John Adams spektakulärer Minimal-Oper „Nixon in China“ (Premiere: 19.5.18).

Die Konzertbroschüre 17/18 zum Durchblättern.

Vorverkaufsstart und erweiterter Online-Service

Die Karten für die Eigenproduktionen im Musiktheater, Schauspiel und Ballett  im Großen Haus sowie für die Sinfonie- und Kammerkonzerte der Saison 17/18 sind bereits ab dem 1. Juli 2017 an der Theaterkasse sowie im Webshop unter mainfrankentheater.de/webshop erhältlich. Gänzlich neu ist die Möglichkeit, im Webshop auch Gutscheine des Mainfranken Theaters einzulösen oder über einen beliebigen Betrag (ab zehn Euro) zu erwerben. Dieser erweiterte Online-Service ist ab sofort verfügbar.

Die gedruckten Spielzeitvorschauen 17/18 mit dem kompletten Programm, allen Abonnements und Preisen und vielen weiteren Informationen gibt es im Foyer und an der Theaterkasse des Mainfranken Theaters. Auf der Homepage unter mainfrankentheater.de finden sich die Broschüren außerdem zur Online-Lektüre.

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