Familientragödie in DDR-Zeiten

Beitrag von Jonathan Oßwald |

Bin ich ein überzeugter Sozialist? Wie viel ist mir ein geregeltes Leben in Freiheit und Sicherheit wert? Diese und weitere Fragen versuchen die Figuren des Stückes Ein grauer Tag im August für sich zu beantworten: Der Arbeiter Franz Müller, Sohn eines bereits verstorbenen Revolutionärs, möchte zu seiner Mutter in den Westen fliehen. Seine Frau Martha hingegen versucht sich so gut wie möglich im Sinne des Sozialismus anzupassen, um ihren Kindern eine Zukunft zu ermöglichen. Beeinflusst wird sie dabei von ihrem Vater, Mitglied der SED, der seine Tochter vor den Maßnahmen der Partei schützen möchte. Die daraus im Laufe der Handlung entstehenden Interessenskonflikte werden weiterhin durch  gegenseitiges Misstrauen verstärkt, sodass die Katastrophe unausweichlich  ist.

Szenenbild © Jonathan Oßwald

Den Schülerinnen und Schülern des Matthias-Grünewald-Gymnasiums Würzburg gelingt es dabei, die Themen Freund und Feind, Willkür und Hilflosigkeit,  Sicherheit und Angst, Vertrauen und Verrat auf spannende Weise miteinander  zu verknüpfen. Abgerundet durch sorgfältig ausgearbeitete, oftmals tiefgründige Dialoge, Monologe und Liedtexte sowie einer sowohl musikalisch, als auch schauspielerisch beeindruckenden Gesamtleistung ist mit Ein grauer Tag im August ein Stück entstanden, das sich sehen lassen kann.

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