Eine vielstimmige Ode an die Freibad-Liebe

Beitrag von Antonia Tretter |

© Jonathan Oßwald

Mit „Swimming“ zeigt die Theatergruppe des Riemenschneider-Gymnasiums Würzburg eine unterhaltsame und liebevolle Adaption des Erfolgsstücks „The killer in me is the killer in you my love“ von Andri Beyeler.

Zu Beginn der Aufführung tauchen Mädchen und Jungen in sommerlich-blassblauer Badekleidung mit passenden Badekappen und Schwimmbrillen aus einem schwarzen Holzbecken mit blauen Plastiksäcken auf, atmen laut aus und etablieren damit die Ausgangssituation und Grundthematik des Theaterstücks: Schwimmen, Freibad, Leben. Es geht um das, was die Lebensrealität von Jugendlichen im Sommer ausmacht. Surbeck, Hanna, Lena, Gerber und sein kleiner Bruder, klein Gerber, hängen im Schwimmbad ab. Sie schwimmen, tauchen, sonnen sich, essen Eis und Pommes, genießen das Zusammensein. Sie schwärmen für heiße Typen und schöne Mädchen, sie wollen gesehen werden und beobachten das Treiben der Gleichaltrigen.

Die Textfassung von „Swimming“ verteilt viele verschiedene Stimmen auf die fünf Protagonisten. In unterschiedlichen Konstellationen werden so die Ängste und Sehnsüchte der Figuren hörbar, die gleichzeitig die Ängste und Sehnsüchte der Spielerinnen und Spieler sein können. Auf charmante und teils selbst-ironische Weise entsteht so ein Spiel mit den Irrungen des Verknallt-Seins, der Konkurrenz in sportlichen Wettkämpfen oder dem Schaulaufen am Beckenrand. Neben den oberflächlich leichten und angenehmen Seiten, die der Freibadaufenthalt verspricht, teilen die Akteure auch die schwierigen Momente des Heranwachsens mit: Sehe ich gut genug aus? Bin ich zu fett? Habe ich richtige Freunde? All das lässt sich schließlich auf die Aussage reduzieren: „Ich schwimme lieber.“ oder: „Ich schwimme lieber nicht.“

Neben den mit viel Liebe zum Detail und genau gearbeiteten Choreografien des Schwimmens, Springens und Tauchens entstehen in der Inszenierung eine Reihe weiterer starker Gruppenbilder: von schüchternen Jungs, die selbstbewusste Mädchen bewundern, über witzige Tableaus aus der Freibadszenerie bis hin zu einem ausgelassenem Tanz zu „Ice Ice Baby“ am Beckenrand – die Darstellerinnen und Darsteller glänzen allesamt durch ihre mitreißende Energie, mit der sie sich in ihr Spiel und das kühle Nass schmeißen.

Ihre Spielfreude und Gruppendynamik ist dabei so ansteckend, dass die Rezensentin beim Schlussapplaus beglückt und grinsend einen Gedanken fasst: Ab ins Freibad!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.