Ein halbes Jahrhundert auf der großen Bühne

Am Sonntag, dem 12. November, steht Eberhard Peiker wieder in der Hauptrolle als „Brandner Kaspar“ im gleichnamigen Stück auf der Bühne des Mainfranken Theaters. Wie passend, dass es an diesem Tag genau 50 Jahre her ist, dass er seine Schauspielprüfung am Prinzregententheater ablegte und seine große Karriere als Schauspieler offiziell startete. Ebenfalls passend, dass Eberhard Peiker keine drei Minuten von diesem Theater entfernt auch heute noch wohnt.

Rückblick auf eine tolle Karriere

Zahlreiche Theaterstücke wie „Die Wildente“, „Hamlet“ oder „Die Dreigroschenoper“, Theatergastspiele in Turin sowie in Zagreb und Šibenik, sechs Tatortfolgen, elf Mal das „Feuerrote Spielmobil“ und mehr als 50 Folgen der „Rappelkiste“ – das ist nur ein Auszug aus einer langen Liste an Produktionen, auf die er zurückblicken kann. Den Start seiner Fernsehkarriere hatte er im Jahr 1968 mit „Der Fall Lena Christ“ von Regisseur Hans W. Geißendörfer. Seither drehte er immer wieder Filme im ehemaligen Jugoslawien, in Marokko, Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Seine Leidenschaft für Theater entdeckte Peiker früh. Als Schüler spielte er bereits in einer Theatergruppe und mit 16 im katholischen Jugendtheater. Sein Studium der Theatergeschichte, Neueren Literatur und Philosophie in München gab er auf, als ihn Jochen Busse direkt nach seiner Schauspielprüfung 1967 als politischen Kabarettist an das Rationaltheater München holte. Von dort aus ging es für ihn 1971 an das Theater der Jugend München, von 1973 bis 1979 war er als stellvertretender Theaterleiter und Regisseur an der Lore-Bronner-Bühne tätig und stand in dieser Zeit auch auf der Bühne, unter anderem in „Faust“ und „Leonce und Lena“.

Bayerisches Kultstück: Eberhard Peiker und Ensemble in der aktuellen Produktion „Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben“ im Mainfranken Theater Würzburg. Fotos: Nik Schölzel.

Bei weiteren Stationen in Innsbruck (1983-91) und Saarbrücken (1991-2001) war er beispielsweise als König Philipp in „Don Carlos“, in der österreichischen Erstaufführung „Gottes vernachlässigte Kinder“, „Peer Gynt“ oder 1989 als Boandlkramer im „Brandner Kaspar“ in der Regie von Kurt Wilhelm zu sehen. Bevor er 2016 nach Würzburg kam, war er viele Jahre am Theater Augsburg beschäftigt und an Stücken wie zum Beispiel „Der Theatermacher“ und „Herz eines Boxers“ beteiligt.

In 50 Jahren hat er so einiges erlebt und auch den einen oder anderen Scherz mitgemacht. In seiner Zeit in Innsbruck ist er mit Leutnantuniform bekleidet in die Operette „Opernball“ geplatzt, an der er eigentlich nicht mitwirkte. In bester Manier schnappte er sich eine der Choristinnen und legte mit ihr spontan ein Tänzchen hin, was die Sänger auf der Bühne sichtlich amüsierte.

Leidenschaft und Pflichtbewusstsein

Eberhard Peiker betont jedoch, dass er sich bei all dem Spaß, dem ihm sein Beruf bereitet, seinem Publikum auch sehr verpflichtet fühlt. „Ich nehme jede Rolle, egal, ob Hauptrolle oder kleine Nebenrolle, gleich ernst. Bei jeder Aufführung, sei es nun die erste oder zwanzigste, möchte ich dem Publikum mein Bestes zeigen.“ Für ihn ist Theaterarbeit vor allem eine Ensembleleistung: „Einen König kann man nicht spielen, wenn man nicht von seinen Mitspielern dazu gemacht wird.“

Der 74-Jährige, der seit mehr als 38 Jahren mit einer gebürtigen Würzburgerin zusammen und seit acht Jahren verheiratet ist, sieht seiner weiteren beruflichen Zukunft gelassen entgegen: „Ich lasse es auf mich zukommen.“ Fest hingegen steht, dass er in dieser Spielzeit nicht nur im „Brandner Kaspar“, sondern auch noch in „Draußen vor der Tür“ und „Heisenberg“ zu sehen sein wird.

Zu seinem Jubeltag hat er vor allem einen Wunsch: „Die Menschen sollen weiterhin ins Theater gehen. Theater ist ein extrem wichtiges kulturelles Gut und muss unbedingt weiterbestehen!“

Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben – Am 12.11.17 um 15 Uhr im Mainfranken Theater inklusive Ehrung von Eberhard Peiker für sein 50-jähriges Bühnenjubiläum

One Comment

  1. Zum 50-jährigen Bühnenjubiläum meinem Bruder die größte Hochachtung und dass er weiterhin mit soviel Freude auf der Bühne steht. Mit seiner Hingabe für diesen Beruf macht er vielen Freunden des Theaters und mir als sein Bruder große Freude. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung und weiter so!
    Eginhard Peiker

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