An was glaubst du?

Mit der Vortrags- und Gesprächsreihe „Woran glauben?“ setzt das Mainfranken Theater seine Zusammenarbeit mit der Akademie Domschule der letzten Jahre fort. An insgesamt fünf Terminen werden unterschiedliche Dimensionen des Glaubens reflektiert und gemeinsam mit dem Publikum diskutiert. Wir haben mit Dramaturgin Antonia Tretter von der plattformX über die Veranstaltung gesprochen:

Wie kam euch die Idee zur Vortrags- und Diskussionsreihe „Woran glauben“?

Antonia: Die Kooperation des Mainfranken Theaters mit der Domschule Würzburg besteht schon länger und auch in den letzten Spielzeiten gab es bereits Vortragsreihen zu diversen Themen. Für diese Spielzeit haben wir dem Spielzeitthema entsprechend dann den Glauben in den Mittelpunkt der Reihe gestellt. Da die Stücke unseres Spielplans nicht alle Dimensionen des Begriffs „Glauben“ abdecken, sehen wir die Reihe als Möglichkeit an, neue Perspektiven aufzuzeigen. Für uns war es wichtig, nicht nur Religion und ihre Formen zum Thema zu machen, sondern weitere Aspekte von Glaubensfragen aufzuzeigen.
Wir haben den Titel auch bewusst als Frage formuliert, da es in der heutigen Zeit viele Zweifel und Unsicherheiten in Bezug auf Religion und Glauben gibt, und zudem vielfältige Einflüsse auf unser Verständnis darüber einwirken. Für jeden bedeutet „Glauben“ ja etwas anderes.

Nach welchen Kriterien habt ihr die unterschiedlichen Themen und Referenten ausgewählt?

Antonia: Am Anfang stand die Idee, verschiedene Glaubensformen und Kulte zu thematisieren, was im Hinblick auf mögliche Themen noch ziemlich breit gefächert war.  Nach dieser Phase der Recherche und des Sammelns haben Stefan Meyer-Ahlen, Referent für Demokratie und Kultur an der Akademie Domschule, und ich uns auf die jetzigen fünf Dimensionen geeinigt. Danach ging es darum, geeignete Referenten aus dem jeweiligen Gebiet zu finden. Wir haben relativ viele Anfragen versendet und wollten Redner einladen, die sowohl in ihrem Fachbereich renommiert sind als auch einen Bezug zu Würzburg haben. Besonders gelungen finde ich es, dass wir Gäste gewinnen konnten, die sehr am Austausch mit dem Theater und der gesamten Veranstaltungsreihe interessiert sind. Zudem kommen drei unserer Referenten aus Würzburg.

Auf welche Themen dürfen sich die Besucher freuen?

Antonia: Den Anfang macht am 15. März Peter Bofinger, der hier in Würzburg Professor ist und als Wirtschaftsweiser auch über die Grenzen Würzburgs hinaus bekannt ist, mit seinem Vortrag zum Thema „An die Magie des Geldes glauben“. Es wird hierbei vor allem darum gehen, wie etwa Finanzkrisen den Glauben der Menschen an Geld verändern. Der Kapitalismus ist aus unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken und wir hinterfragen diesen leider viel zu selten. In unsere Reihe fließen also auch Bezüge zum aktuellen Zeitgeschehen ein.
Wir haben darüber hinaus aber auch immer gültige Glaubensaspekte wie den Glauben an sich selbst in unsere Reihe aufgenommen, da dies gerade für den Theaterbereich ein bedeutender Aspekt ist. Es wird aber auch speziell einen Referenten geben, der sich mit religiösem Glauben auseinandersetzt und diese Facette von Glauben auch kritisch hinterfragt.

Wie sind die Abende jeweils gestaltet?

Antonia: Der erste Teil des etwa zweistündigen Abends wird aus einem Vortrag durch den jeweiligen Fachreferenten bestehen. Im Anschluss daran wird es eine Diskussion geben, die abwechselnd von Stefan Meyer-Ahlen oder mir moderiert wird. Dabei sind alle Besucher herzlich eingeladen, Fragen zu stellen und sich mit den Referenten über das jeweilige Thema  auszutauschen und zu diskutieren. Als Veranstaltungsort haben wir das Foyer des Theaters gewählt, da es zur Stadt hin offen ist und so gleichzeitig das Theater mit der Stadt verbindet. Damit soll das Theater unmittelbar als Diskursort erlebbar werden.

Das Gespräch führte Ann-Katrin Neeb.

Weitere Informationen zum ersten Termin gibt es hier.

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